Notwendigkeit eines »neuen Pfingsten«

Johannes der Täufer fasste die ganze Sendung Jesu in dem einen kurzen Satz zusammen: »Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen.« Mk 3,11

Erfüllt vom Feuer des Heiligen Geistes verkündete Petrus an Pfingsten in Jerusalem Jesus Christus als den Kyrios, den einzigen Herrn und Retter der Welt. Als die Menschen die Predigt des Apostels hörten, »traf es sie mitten ins Herz.« Apg 2,37 Die Botschaft vom menschgewordenen Gottessohn Jesus Christus, der aus unendlicher Liebe für alle Menschen am Kreuz gestorben und von den Toten auferstanden ist, bewegte die Herzen der Menschen so sehr, dass sie sich der Liebe des göttlichen Erlösers öffneten. So erfüllte sich am Pfingsttag die Verheissung des Propheten Ezechiel: »Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch. Ich nehme das Herz von Stein aus eurer Brust und gebe euch ein Herz von Fleisch.« Ez 36,26 Das erste christliche Pfingsten wurde zur »Geburtsstunde « der Kirche, zur Geburtsstunde einer Religion des Herzens, welche die Menschen befähigt, Gott »von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit aller Kraft« zu lieben und den Nächsten wie sich selbst.

 

Das Aufblühen und die missionarische Kraft der jungen Kirche sind undenkbar ohne das innere Feuer des Heiligen Geistes. Glaubwürdigkeit und Strahlkraft auch einer in die Jahre gekommenen Kirche stehen und fallen mit dem Ergriffensein vom Heiligen Geist. »Wenn die christliche Kirche nicht den Heiligen Geist wieder gewinnen kann, der die frühere Kirche beseelte, so wird sie ihre Glaubwürdigkeit verlieren und abgetan werden als ein für das 20. Jahrhundert bedeutungsloser geselliger Verein.« (Martin Luther King) Nur Christen, die vom »feu sacré« ergriffen sind, können den Menschen unserer Zeit helfen, zu einer persönlichen Beziehung zu Jesus Christus zu finden.

 

Die »Erneuerung« lebt in der festen Erwartung der »Kraft aus der Höhe« und bittet mit den Worten von Johannes XXIII.: »Heiliger Geist, erneuere in unseren Tagen deine Zeichen und Wunder, wie in einem neuen Pfingsten.« Zusammen mit Maria und der ganzen Wolke von Zeugen (Hebr 12,1) bitten wir um eine neue Ausgiessung des Heiligen Geistes über den ganzen Erdkreis.

 

Die Selige Sr. Elena Guerra (1835-1914), die auch Frau des neuen Pfingsten genannt wird, rief die Kirche zu einer intensiveren Verehrung des Heiligen Geistes auf: »Kehren wir zum Heiligen Geist zurück, damit der Heilige Geist wieder zu uns kommt. Pfingsten ist nicht vorbei. Wir müssen also nicht die Apostel und die ersten Gläubigen beneiden. Wir müssen nur ihre innere Verfassung haben, um ihn wirklich zu empfangen und er wird zu uns kommen, wie er zu ihnen kam.«

 

Die mit Abstand am schnellsten wachsende Bewegung in der Geschichte der Kirche ist jene, die sich neu dem Pfingstgeist geöffnet hat. Mehr als 600 Millionen Christen, darunter 120 Millionen Katholiken, liessen sich von diesem Feuer ergreifen. Dieser konfessionsübergreifende Aufbruch wird als »Charismatische Erneuerung« (CE) oder »Erneuerung aus dem Geist Gottes« bezeichnet. Die »Erneuerung« ist kein Verein und es gibt weder eine Gründerpersönlichkeit, noch Aufnahmerituale oder eingeschriebene Mitglieder. Die Erneuerung versteht sich als Kirche in Bewegung und bringt Bewegung in die Kirche.