Fest des Glaubens

“Ihr müsst unerschütterlich und unbeugsam am Glauben festhalten und dürft euch nicht von der Hoffnung abbringen lassen, die euch das Evangelium schenkt“

Bis vor einigen Tagen, dachte ich: «Das ist doch das, was ich die ganze Zeit mache, oder?» Ich finde, ich bin ziemlich unerschütterlich und unbeugsam, zumindest was den Glauben betrifft.

Nun, das Ganze bringt wenig, wenn man am falschen Glauben festhält...und unerschütterlich ist. Naja, ganz falsch ist er nicht, aber vielleicht auch nicht ganz richtig. Wie ich zu dieser glorreichen Erkenntnis kam, möchte ich euch erzählen:

Vor drei Tagen haben wir in der Gebetsgruppe erfahren, dass jemand gestorben ist, für den wir intensiv gebetet hatten. Obwohl ich ihn nicht persönlich kannte, machte es mich doch traurig und irgendwie war ich auch enttäuscht. Enttäuscht von Gott. «Ach, Gott, wieso? Es wäre für dich doch ein Klacks gewesen, ihn zu heilen. Jetzt haben wir doch unerschütterlich und unbeugsam am Glauben festgehalten und haben unsere Hoffnung auf dich gesetzt. Und trotzdem!» Ich muss gestehen, ich war in dem Moment wütend auf Gott. Umso mehr, als ich aufzuzählen begann, für was ich schon alles gebetet hatte und es nicht so kam, wie ich es mir erhoffte. «Übrigens wenn wir schon beim Thema sind, erinnerst du dich an diese Person…an das und jenes…. Für was bete ich überhaupt? Hörst du mir überhaupt zu?»

Plötzlich kam mir eine Bibelstelle in den Sinn: «Geh, dein Glaube hat dich gerettet». Ich dachte: «Hm, was ist denn das jetzt für eine Antwort. Gott, ich glaube doch an dich. Ich glaube daran, dass du gross und mächtig bist. Dass für dich nichts unmöglich ist und dass du ein Gott bist, der grosse Wunder tut. Ich habe noch nie daran gezweifelt, keine Sekunde. Gott, ich glaube an dich, voll und ganz. Wirklich! Nur fühlt sich dieser Glaube im Moment alles andere als gerettet an…»

Nachdem ich mich beruhigt hatte, wurde mir plötzlich klar, dass es nicht der Glaube an Gottes Allmacht und Stärke ist, der uns freimacht, sondern der Glaube an Gottes Liebe zu uns. Im Glaubensbekenntnis beten wir ja auch zuerst «Ich glaube an Gott, den Vater» und erst danach «den Allmächtigen». Wenn Gott in erster Linie unser Vater ist, dann sind wir in erster Linie auch Kinder Gottes, geschaffen aus Liebe. Das ist auch das, was uns Christen ausmacht. An einen Gott zu glauben, der nur allmächtig ist, ist noch einfach. Denn das machen die anderen Religionen ja auch. Aber an einen Gott zu glauben, der uns unendlich liebt und um uns dies zu beweisen, Mensch geworden ist und für uns gestorben ist, ist schon schwer zu erfassen. Ehrlich gesagt, ein wenig verrückt. Doch erst die Liebe als Basis ermöglicht eine echte Beziehung und erst dann werden wir fähig richtig zu glauben. Das heisst, erst dann haben wir das Vertrauen, dass er um alles weiss, was uns im Leben begegnet und alles in seinen Liebesplan eingebettet ist.

Wie einige von euch wissen, bin ich Mutter von zwei kleinen Kindern. Natürlich wünsche ich mir, dass sie sich gut entwickeln, dass sie diese und jene Fähigkeit erlernen, dass sie beziehungs- und gesellschaftsfähig, kommunikativ und attraktiv und weiss nicht was alles werden. Doch am meisten wünsche ich mir, dass sie wissen, dass sie bedingungslos geliebt sind. Das ist das Wichtigste, das ich ihnen mitgeben möchte: dass sie geliebt sind. Nicht weil sie etwas leisten, sondern, weil sie einfach meine Kinder sind. Ich glaube daran, dass dieses Geliebtsein massgebend ist für ein gesundes Selbstvertrauen und echte Lebensfreude, für Erlernen wichtiger Fähigkeiten und für ein Leben in Fülle.

Ich denke, so ist es auch mit Gott. Er wünscht sich nichts sehnlichst als, dass wir ein Leben in Fülle haben. Dazu müssen wir ihm vertrauen. Doch vertrauen kann man erst, wenn man sich geliebt und angenommen weiss. Wir haben einen Gott der Liebe, der jeden persönlich umwirbt. Lasst uns einen solchen Glauben erkämpfen! Lasst uns hierbei unerschütterlich und unbeugsam sein!

 

 

Einleitungsimpuls von  Priya Kalambaden Peter